Indizierungsverfahren gegen Marler Neonazis

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien prüft aktuell eine Indizierung eines Web-Angebotes Marler Neonazis. Der Vorwurf: Auf der Seite werde jugendgefährdendes Material verbreitet. Dazu liege bei der BPJM ein Antrag vor, wie die Stelle auf Nachfrage durch AntifaschistInnen bestätigte. Die Marler Neonazis hatten durch eine Kontaktanfrage über besagte Homepage von den Ermittlungen erfahren, in der die BPJM um ein gülties Impressum bittet. Sie möchte dem oder der presserechtlich Verantwortlichen den Indizierungsantrag zusenden und die Möglichkeit einer Stellungnahme einräumen.

Die Neonazis indes reagieren auf das vorliegende Verfahren mit gewohnten Pamphleten und Verschwörungstheorien. Auf der inzwischen von ihnen weitestgehend abgeschalteten Internetseite spekulieren sie über eine „Fälschung aus linksextremen Kreisen“, werfen der BRD Diktatur und eine Pressezensur wie in China und Libyen vor und nehmen sich wie gewohnt um Längen wichtiger, als sie sind: „Sollte diese Seite bald nicht mehr erreichbar sein, wissen alle Leser bescheid – das System hat zugeschlagen“.

Laut Eigenangabe wollen die offenbar unter Verfolgungswahn leidenden Neonazis nun ihre Inhalte anwaltlich prüfen lassen, ehe sie sie wieder in ihr Webangebot einstellen. In den letzten Monaten war es allerdings sowieso sehr ruhig um die Rechten aus Marl und dem ganzen Kreis Recklinghausen geworden. Nachdem der aus Gladbeck stammende Manuel H. nach internen Querelen um das Verhältnis zwichen „Freien Kräften“ und der NRW-NPD und daraus folgenden Zerwürfnissen die Internetseite „AG Ruhr Mitte“ aus dem Netz genommen hatte, können sich die Marler Neonazis nun immerhin mit einem einigermaßen glaubwürdigen Grund aus dem „Weltnetz“ verabschieden – und sich noch einmal als Verfolgte inszenieren.